Gordigear
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    Von Perth nach Sydney in vier Monaten
 
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Von Perth nach Sydney in vier Monaten

Wir, Jaleh und Andy, lagen an einem sonnigen Tag im tiefen Gras auf der Kölner Jahnwiese und malten uns aus, wie schön es doch wäre, ein Jahr frei zu sein, ganz weit weg, am anderen Ende der Welt, ohne Termine und Verpflichtungen, ohne Handyempfang und Outlook, ohne Privatfernsehen, DSDS und Konsumnötigung, eben ganz weit weg und frei. Mit zwei kostenintensiven Kindern in der Ausbildung, Arbeitgebern, die einem schon bei einem drei Wochen Urlaubsantrag gerne versichern, wie unersetzlich man ist, erschien so ein Anti-Burn-Out-Life-Balance-Sabbatical illusorisch. Die rettende Idee: wir machen nur vier Monate, das ist finanzier- und vermittelbar und wesentlich länger als alles, was wir seit unserer Studentenzeit gemacht haben.

Als Reiseziel haben wir uns sehr schnell für West-Australien entschieden. Unendliche Weite, unberührte Natur, hervorragenden Kitesurfspots mit konstanten Winden, menschenleere Strände - Natur pur eben und für uns Outdoor-Freaks, die gern individuell reisen, genau das Richtige. Und unabhängig wollten wir sein, bleiben können, wo es uns gefällt. Über Motels bzw. Hotels brauchten wir gar nicht nachzudenken, denn da, wo wir hin wollten, gab es ohnehin keine und bei den Tourispots würden die Übernachtungen sowieso sündhaft teuer sein (unter A$120 läuft da gar nichts pro Doppelzimmer).

Wie also die Transport- und Übernachtungsfrage lösen? Alle Reiseberichte und Empfehlungen deuteten darauf hin, dass man am besten mit einem 4-Rad angetriebenen Auto unterwegs ist. Das Anmieten eines Campers fiel zum einen aufgrund der hohen Kosten aus und zum anderen fanden wir es auch zu uncool. Bei 120 Tagen Reisezeit lohnt es sich ohnehin, ein Auto zu kaufen und am Ende wieder zu verkaufen. Wir haben uns dann für einen SUV entschieden, einen Honda CRV, der allerdings ein kleiner Kompromiss war, weil in West-Australien eigentlich ein Toyota Land Cruiser angesagt ist. Dennoch war der Honda mit seiner erhöhten Bodenfreiheit und dem sich automatisch zuschaltenden Vierradantrieb wesentlich besser als ein normales Auto, vor allem auf den endlosen Pisten.

Nun kam der nächste Punkt: die Übernachtungsfrage. In dem Honda konnten wir nicht schlafen, zumal er voll bepackt war mit Ausrüstung, die wir im Outback brauchen würden. Außerdem schlafen wir gerne 'draußen'. Die geniale Idee kam schließlich von Freunden: ein Auto-Dachzelt. Zugegeben, wir haben anfangs etwas gezögert, ob wir so ein Teil kaufen sollten, denn bislang hatten wir keine Erfahrung damit. Soviel sei vorweg genommen, es war mit Abstand die beste Entscheidung, die wir treffen konnten. Wir entschieden uns noch in Deutschland für die Marke Gordigear (auch bei YouTube mal die Videos ansehen, macht Laune auf mehr), die in Deutschland und Australien verkauft wird. Ausschlaggebend dafür und vor allem extrem hilfreich waren die vielen exzellenten Tipps vom Eigentümer der Firma in Australien. Vielen Dank an dieser Stelle! Wir haben uns das 50 kg schwere Zelt nach Perth zu Freunden schicken lassen, damit es auch sicher da ist, wenn wir ankommen.

Die erste Woche nach unserer Ankunft waren wir mit dem Kauf des Autos (hier gibt es eigentlich nur zwei vernünftige Optionen: die Online-Portale www.gumtree.com.au und www.carsales.com.au) und unserer Ausrüstung (Kocher, Benzin- und Wasserkanister, Werkzeug, Campingstühle etc.) beschäftigt. Die Montage des Zelts auf das Autodach war übrigens ein Kinderspiel. Zusätzlich hatten wir eine Markise von Gordigear angebaut. An dieser Markise ließ sich außerdem ein Moskitonetz befestigen, sodass sich ein ca. 2,50 x 2,10 x 2,10 m (B x H x L) großer Raum ergibt. Komplett abgeschlossen, einfach, simpel und genial - und vor allem sicher vor lästigen Plagegeistern wie Mücken oder Fliegen.

Das Dachzelt lässt sich in weniger als zehn Minuten aufbauen, der Abbau geht sogar noch schneller. Auf der 140 cm breiten bequemen Schaumstoffmatratze (gefühlt wesentlich breiter als ein 140 cm Bett, weil man nicht aus dem Bett fallen kann, sondern nur an die Zeltwände ranrutscht) genossen wir von der ersten bis zur letzten Nacht den erholsamsten Schlaf unseres Lebens. Ein weiterer Vorteil des Dachzelts: Nasser oder steiniger Untergrund, Viehzeug sowie Sand und Staub, die häufig in Bodenhöhe vom Wind vor sich hergetrieben werden, sind absolut kein Thema und vom Autodach lässt sich zusätzlich ein großartiger Ausblick genießen.

Klasse ist auch, dass das gesamte Bettzeug oben bleiben kann und somit keinen Platz im Wageninneren beansprucht. Durch diese Unabhängigkeit, die wir hatten, konnten wir an den schönsten und einsamsten Stellen übernachten, umgeben von unglaublicher Wildnis und einem atemberaubenden Sternenhimmel über uns. Lediglich in den Städten Perth, Adelaide, Melbourne und Sydney haben wir das Dachzelt gegen ein Bett bei Freunden getauscht, um uns dann aber wieder auf die nächste Nacht im Zelt zu freuen. Am Ende mochten wir uns von unserer Freiluftlodge kaum trennen und hatten zeitweise die Idee, das Zelt bei uns im Schlafzimmer in Köln aufzubauen. ;-)

Satte 22.000 Kilometer hat uns von Anfang Januar bis Ende April 2012 das Gordigear-Dachzelt begleitet: von Perth die Westküste hinauf bis zum Karijini Nationalpark, danach zurück über Perth in den äußersten Südwesten Australiens und schließlich durch die Nullarbor Plains ins Rote Zentrum, dann nach Adelaide und Kangaroo Island, von dort weiter nach Melbourne, nach Tasmanien und zum Schluss nach Sydney. Sehr empfehlenswert ist dabei auch der Camp 6 Campingatlas, in dem naturbelassene Camp Sites überwiegend in Nationalparks für rund 7,50 AUD/Person oder sogar umsonst aufgelistet sind. Wer unabhängig von großen Caravanparks, Stromanschluss und Menschenmengen reisen möchte, ist mit dem Camp 6 gut beraten. Er enthält viele fantastische Spots in allen Bundesstaaten, an denen auch wildes Campen erlaubt ist.

Nach vier grandiosen Monaten in Downunder, in denen wir viel erlebt haben, sind wir nun wieder zurück und denken oft an unser Sabbatical. Pläne schmieden wir natürlich auch schon wieder. Der Norden von Australien reizt uns, dieses Mal war er aufgrund der Jahreszeit für uns nicht bereisbar. Auf jeden Fall steht fest: Wir kommen wieder!


Bildmaterial und/oder Text wurden zur Verfügung gestellt von Jaleh Nayyeri & Andy Ziesmann.