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Bis ans Ende der Welt

Nach monatelangen Vorbereitungen ging es im Oktober 2014 endlich los. Mit Grimaldi verschifften wir unseren VW Bus von Hamburg nach Uruguay. Wir selbst waren auch mit an Bord. Nach 28 Tagen auf See, stundenlangen Tischkickerturnieren und Unmengen an leckerer Pasta erreichten wir bei herrlichem Sonnenschein Montevideo. Von dort aus sollte unser Abenteuer in Richtung Süden fortgesetzt werden. Unser Ziel war es Weihnachten am Ende der Welt zu verbringen. Auf dem Weg von der argentinischen Küste bis nach Ushuaia erlebten wir die unterschiedlichsten Landschaften, Tiere und Wetterlagen. An der Steilklippe von San Julian haben wir aus unserem Dachzelt die Seehunde am Wasser beobachtet. Wir erlebten Hochwasser in Uruguay, Windstürme in Patagonien sowie eisige Temperaturen im Nationalpark Tierra del Fuego. Eines unserer persönlichen Highlights war die Fahrt, ohne Reifenplatzer, auf der Carretera Austral. Für uns waren die Stellplätze in der freien Natur, weit und breit ohne andere Personen und mit unglaublichem Blick auf die Gletscher, eine perfekte Definition von Freiheit.

Von Chile aus machten wir uns auf nach Osten bis Brasilien. Hier zelebrierten wir den sagenumwobenen Karneval in Rio de Janeiro. Ein Besuch im Sambodrom war hier natürlich Pflicht. Die Parade der unterschiedlichen Sambaschulen dauerte ganze acht Stunden und war etwas anders als wir es erwartet hatten. Der Besuch einer Strandparty mit Einheimischen traf hingegen komplett unseren Geschmack. Es gab Bier aus Kühltaschen, Cocktails am Strand und alle tanzten Samba und hatten gute Laune. Nach stundenlangen Versuchen die Tanzkunst zu erlernen gaben wir uns geschlagen, so etwas ist wohl nur mit südamerikanischem Blut möglich. Nachdem wir in zahlreichen Churrascarias die Fleischvielfalt von Brasilien genießen durften machten wir uns über Paraguay auf den Weg nach San Pedro de Atacama.

In Asuncion, der Hauptstadt von Paraguay, lernten wir Sebastian, einen Grundschullehrer aus Deutschland, kennen. Gemeinsam mit Ihm reisten wir von Filadelfia nach Bolivien, umso über Argentinien wieder nach Chile zu kommen. Da der Grenzposten in Paraguay ca. 200 km von der eigentlichen Landesgrenze entfernt ist, erkundigten wir uns vorab detailliert über die Fahrbahnbeschaffenheiten. Nach einer letzten Nachfrage an der Grenzstation machten wir uns auf dem Abenteuer entgegen zu treten. Nach wenigen Minuten war klar, dass alle Beschreibungen der Straßenverhältnisse nicht annähernd übertrieben waren. Die Straßen waren so unglaublich schlecht, dass wir oftmals anhalten mussten um die Schlammlöcher auf der Erdstraße, welche aufgrund von langanhaltenden Regenschauern in den Vortagen entstanden waren, mit Holzstöckchen und allem was uns in die Finger kam, aufzufüllen. Durch die erschwerten Bedingungen kamen wir nur schleppend voran und so beschlossen wir nach gut der Hälfte der Strecke unser Nachtlager am Straßenrand aufzuschlagen. Wir kochten Pasta und tranken noch das ein oder andere Bier, tauschten uns über bisherigen Erlebnisse aus und gingen schließlich, begleitet von lautem Tiergebrüll welches wir nicht wirklich zuordnen konnten, in unser Bett.

Am nächsten Tag erreichten wir endlich Bolivien. Nachdem wir dem Grenzbeamten eine Flasche Wein abtreten mussten um Paraguay verlassen zu dürfen lief die Einreise in Bolivien, nach sorgfältiger Inspektion unseres eingebauten Tischkickers, eher reibungslos. Da Bolivien zu dieser Zeit nur als Durchreiseland diente machten wir uns zügig auf Richtung Argentinien um im Anschluss unser angestrebtes Ziel, die Wüstenstadt San Pedro de Atacama, zu erreichen.

In Chile hatte uns bereits der Süden in seinen Bann gezogen doch nach wenigen Minuten war klar, dass der Norden mit seiner fast unwirklichen Landschaft genauso beeindruckend ist. Als Ausgangspunkt für unterschiedliche Expeditionen stationierten wir uns für mehrere Tage in der kleinen und sehr touristischen Stadt San Pedro. Die Stadt ist der perfekte Ausgangspunkt für Tagesausflüge ins Altiplano, zu unterschiedlichen Lagunen, Geysirfeldern und der Sternwarte. Immer wieder sind wir mit unserem Bus in die Wildnis gefahren um außerhalb der Stadt den unglaubliche Sternenhimmel zu genießen. Trotz Temperaturen um die Null Grad war der Blick aus unserem Zelt jede Kleidungsschicht wert. Von San Pedro starteten wir gemeinsam mit Freunden die berüchtigte Lagunenroute durch Bolivien. Da uns von anderen Reisenden abgeraten wurde diese Tour mit unserem eigenen Fahrzeug anzutreten, beschlossen wir diese mit einem Jeep an Stelle unseres Bullis zu machen. Für drei Tage hatten wir einen Fahrer und reisten, meist offroad, entlang schneebedeckter Berge, farbigen Lagune und umgeben von Alpaccas und Flamingos vom Norden bis nach Uyuni. Der krönende Abschluss dieser Reise war die Aussicht von einer Kakteeninsel auf den Sonnenaufgang über dem größten Salzsee der Welt. Zurück in Chile wurden wir kurz vor der Grenze nach Peru, in Calama, ausgeraubt. Glücklicherweise wurden wir nicht persönlich bedroht sondern nur unser Bus aufgebrochen und Wertgegenstände entnommen. Alle wichtigen Dokumente tauchten wieder auf. Nach einem ersten Schock und der polizeilichen Fallaufnahme wollten wir zügig weiter reisen.

In Peru angelangt erwies sich die Reise, aufgrund der Unruhen im Land, als eine große Herausforderung. Im Süden herrschten in nahezu allen Städten Straßensperren welche mit brennenden Wurfgeschossen verteidigt wurden. Auch für Touristen wurden hier keine Ausnahmen gemacht. Ironischerweise wollte die Bevölkerung mit Ihrem Aufstand gegen die Umweltverschmutzung und die schlechten Arbeitsbedingungen in den Minen von Tía María demonstrieren. Die bergige Fahrt nach Cusco, wobei wir immer wieder auf gut 4.000 Höhenmeter kamen, brachte uns körperlich an unsere Grenzen. Die dünne Luft und die eisigen Temperaturen in der Nacht waren eine neue und herausfordernde Kombination für unseren Kreislauf. Von Cusco aus flogen wir für wenige Tage nach Puerto Maldonado in den Amazonas. In einer Lodge hatten wir unterschiedliche Aktivitäten wie eine Regenwaldwanderung und Kaiman watching gebucht. Die tropischen Temperaturen und die Tiervielfalt war ein ganz besonderes Erlebnis für uns. Nach unserer Rückkehr vom Amazonas nach Cusco und einem weiteren polizeilichem Zwischenfall, welcher den Verlust unserer Kameras mit sich brachte, reisten wir weiter an die Küste. Auf unserem Weg besichtigten wir die Nasca Linien und unterschiedliche Ruinen der alten Inkakultur. Angekommen an der Küste waren wir etwas enttäuscht, durch die fehlende Müllentsorgung und die flache wüstenartige Landschaft war es nahezu überall sehr dreckig. Nachdem wir Peru nicht nur von seiner schönen Seite kennen lernen durften, freuten wir uns umso mehr als wir in Ecuador ankamen. Alles war grün und tropisch. Die gute Laune der Menschen steckte einen sofort an. Wir reisten vorrangig durch das Landesinnere, halfen bei der Orangenernte, badeten in den natürlichen Thermen und schlemmten uns durch die unglaubliche Vielfalt der Obstsorten. Am Strand von Esmeralda probierten wir zum ersten Mal frischen Hummer der von unserem kanadischen Koch traumhaft zubereitet wurde. Ecuador war für uns eine der positivsten Überraschungen unserer Reise. Wir hatten keine Erwartungshaltung und ließen uns von den Menschen und der paradiesischen Natur mitreißen. Nur schweren Herzens haben wir dieses Land nach wenigen Wochen wieder verlassen um in unser vorerst letztes Reiseland Kolumbien zu kommen.

Kolumbien war hingegen das Land über welches man zuhause in Deutschland die schlimmen Dinge hört, aber auch das Land über welches Reisende in Südamerika am meisten schwärmten. Wir persönlich haben es als krönenden Abschluss von 10 Monaten in unterschiedlichen Klimazonen, Kulturen und Ländern erleben dürfen. Wenn man sich in Kolumbien an gewisse Spielregeln hält, wie lediglich tagsüber Auto zu fahren, so ist man von der Freundlichkeit, Aufgeschlossenheit und Hilfsbereitschaft der Menschen beeindruckt. Wir durften dies erleben als wir in einem kleinen Fischerort unser Nachtlager vor der Polizeistation aufschlagen wollten und uns dies wegen einem zu hohen Gefährdungsgrad untersagt wurde. Eine Familie des Ortes nahm und herzlich auf und ließ uns im Hinterhof unsere Zelte aufschlagen nachdem Sie extra für uns Ihre Grundstückseinzäunung abgebaut hatten. Roca, der vierjährige Neffe, ist taubstumm und war total begeistert von unserem VW Bus. Er wollte alles erkunden und ausprobieren, selbst die kleinen Dinge welche für uns selbstverständlich sind, faszinierten ihn. Dieses Erlebnis machte uns deutlich, dass man nur wenig zum glücklich sein braucht.

Das Land ist ein Traum und bietet eine wahnsinnige Abwechslung. Der Besuch auf einer einsamen Kaffeeplantage war eines unserer favorisierten Ziele. Wir campierten in Mitten von Kaffeepflanzen und durften in eine komplett andere Welt eintauchen. Medellin wie auch Cartagena haben ihren ganz eigenen Charme. Wir waren über eine Woche in der farbenfrohen Küstenstadt Cartagena und haben von dort aus unserer Rückverschiffung nach Hamburg organisiert.

Mit einem kurzen Zwischenstopp in New York ging es für uns Mitte August, voller Vorfreude und doch auch etwas traurig, zurück nach good old Germany. Heute können wir sagen, dass wir froh sind diese Reise angetreten zu haben und wir möchten keine Tag und keine Erfahrung, ob gut oder schlecht, missen. Wir freuen uns auf weitere Abenteuer in für uns unbekannte Ecken der Welt.


Bildmaterial und/oder Text wurden zur Verfügung gestellt von Robert Kampfl & Kim Auer.